Generelles & Symptome von PostCovid
Was ist LongCovid oder PostCovid? Symptome, Ursachen und wer betroffen ist
LongCovid und PostCovid – was bedeutet das?
Nach einer überstandenen COVID-19-Erkrankung fühlen sich viele Menschen weiterhin krank – auch Wochen oder Monate später. Wenn typische Symptome länger als vier Wochen nach der akuten Infektion bestehen, spricht man von LongCovid. Bestehen die Beschwerden auch nach drei Monaten noch, wird dies als PostCovid-Syndrom bezeichnet.
Schätzungen zufolge ist in Deutschland jeder fünfte COVID-19-Erkrankte von LongCovid betroffen. Beim PostCovid-Syndrom sprechen Experten von etwa 600.000 Betroffenen allein in Deutschland.
Ein verwandter Begriff ist PostVac – hier treten ähnliche Symptome im Zusammenhang mit einer Corona-Impfung auf. Auch wenn die Datenlage dazu noch dünn ist, geht man von etwa 0,3 Prozent betroffener Geimpfter aus.
Welche Symptome treten bei LongCovid oder PostCovid auf?
LongCovid und PostCovid sind sehr vielschichtig und können verschiedene Organsysteme betreffen. Die Beschwerden variieren stark – häufig treten 2–3 Hauptsymptome auf, begleitet von zahlreichen Nebensymptomen. Zu den häufigsten Symptomen gehören:
- Extreme Müdigkeit (Fatigue)
- Konzentrationsprobleme / sogenannter „Brain Fog“
- Kopfschmerzen
- Muskel- und Gliederschmerzen
- Muskelkrämpfe
- Herzrasen, schwankender Blutdruck
- Kribbeln oder Taubheit in Armen und Beinen (Sensibilitätsstörungen)
- Durchblutungsstörungen
- Schwindel
- Kältegefühl
- Licht- und Geräuschempfindlichkeit
- Innere Unruhe
Diese Symptome belasten den Alltag der Betroffenen erheblich und führen oft zu beruflichen und sozialen Einschränkungen.
Wichtig: Die Erkrankung ist sehr bunt. Jeder Körper reagiert anders auf die Krankheit, sodass kein Fall 1:1 vergleichbar ist. Diese Symptome stellen jedoch die häufigsten Beschwerden dar und kommen in allen möglichen Kombinationen vor.
Wie entstehen die Beschwerden?
Wissenschaftlich lassen sich die Symptome von LongCovid/PostCovid in drei Hauptursachen unterteilen:
- Autoimmunreaktionen
Das Immunsystem bildet Autoantikörper, die körpereigene Strukturen – insbesondere sogenannte G-Protein-gekoppelte Rezeptoren – angreifen und dauerhaft stimulieren. Dies führt zu einer Erschöpfung der betroffenen Zellen („zellulärer Burnout“). Diese Ursache betrifft schätzungsweise 80–90 % der Betroffenen. - Persistenz von Spikeproteinen („Spikopathie“)
Nach einer Infektion verbleiben Virusbestandteile – insbesondere das Spikeprotein – im Körper und verursachen Entzündungen. Diese Form betrifft ca. 15–30 % der Fälle. - Mikrothrombosen
Entzündungen durch Virusproteine oder Autoantikörper können zu kleinen Blutgerinnseln (Mikrothromben) führen. Diese stören die Durchblutung und verursachen verschiedenste Beschwerden – dies betrifft etwa 5–15 %der Betroffenen.
Wer ist besonders häufig betroffen?
LongCovid tritt überdurchschnittlich häufig bei jungen Menschen und Frauen auf. Studien zeigen, dass etwa zwei Drittel bis drei Viertel der Betroffenen weiblich sind. Grund dafür könnte das bei Frauen aktiver reagierende Immunsystem sein, insbesondere unter dem Einfluss von Östrogen.
Auch sportlich aktive Menschen scheinen häufiger betroffen zu sein – durch vermehrte adrenerge Rezeptoren auf den Körperzellen ist ihr Risiko für Autoimmunreaktionen erhöht.
Aktuelle Behandlungsmöglichkeiten
Die Behandlung von LongCovid und PostCovid ist noch im Aufbau. Obwohl medizinische Leitlinien existieren, ist die Versorgungslage oft unzureichend. Viele Betroffene fühlen sich allein gelassen – nicht selten werden Therapien nicht von den Krankenkassen übernommen.
Zu den bisher eingesetzten Therapieansätzen zählen:
- Pacing: Schonung und langsame Belastungssteigerung
- Ganzkörperhyperthermie: Wärmebehandlungen zur Reaktivierung des Immunsystems
- Immunadsorptionsapherese: Entfernung krankmachender Autoantikörper aus dem Blut bei schweren Fällen
Genauere Informationen zu den Behandlungsmöglichkeiten findest du auf den weiteren Seiten meiner Homepage.
Doch bevor es um die Behandlung geht, musst du erstmal herausfinden, ob du an PostCovid leidest. Dies erfährst du in der Rubrik "Diagnose".
