Diagnose des PostCovid-Syndroms

Wie wird LongCovid / PostCovid diagnostiziert?

Viele Menschen leiden Wochen oder Monate nach einer Corona-Infektion unter anhaltenden Beschwerden. Doch trotz wachsender Fallzahlen ist die Diagnose von LongCovid oder PostCovid weiterhin komplex und oft frustrierend für Betroffene.

LongCovid: Eine schwer greifbare Diagnose

Obwohl viele Menschen ähnliche Symptome berichten – darunter Fatigue, Brain Fog, Herzrasen oder neurologische Störungen – gibt es keine einheitliche Definition oder standardisierte Diagnostik für LongCovid oder das sogenannte PostCovid-Syndrom.

Viele Betroffene werden fälschlicherweise auf die psychische Ebene reduziert und an Psychologen verwiesen. Das Problem: In der offiziellen medizinischen Klassifikation (ICD-Code U09) ist PostCovid nur als ergänzende Diagnose aufgeführt – also keine eigenständige Krankheit im eigentlichen Sinn. Die Folge: Untersuchungen werden nicht von der gesetzlichen Krankenkasse übernommen.

Moderne Ansätze: Wie LongCovid trotzdem diagnostiziert werden kann

Immer mehr Forschungen rücken das Immunsystem und das Coronavirus-Spikeprotein in den Fokus. Die neuesten diagnostischen Verfahren setzen an drei biologischen Mechanismen an, die als Hauptursachen für LongCovid gelten:

1. Autoantikörper-Diagnostik (GPCR-Autoantikörper)

  • Was wird untersucht?
    Autoantikörper, die bestimmte Zellrezeptoren dauerhaft stimulieren.
  • Wichtig: Nicht mit herkömmlichem ELISA-Test arbeiten – dieser weist keine biologische Aktivität nach. Stattdessen ist ein sogenannter Bioassay notwendig. (Das ist sehr wichtig! Das Ergebnis eines ELISA-Tests sagt nichts darüber aus, ob relevante Autoantikörper vorliegen, denn: Die Höhe eines Titers hat nichts mit den Auswirkungen auf die Organsysteme und die zugehörigen Symptome zu tun. Das ist auch von anderen Krankheiten bekannt.)
  • Labore in Deutschland:
    • E.R.D.E-Labor
    • Berlin Cures
    • CellTrend
  • Ablauf:
    Auf den Webseiten der Labore findest du einen Einsendeschein. Nach Blutabnahme (Serum) muss die Probe per Express (Mo–Mi) verschickt werden.
  • Kosten: ca. 238 € (privat zu zahlen)

2. Nachweis von Spikeproteinpersistenz (Spikopathie)

Labor: MMD Magdeburg

  • Was wird untersucht?
    Das Verbleiben von Spikeproteinen in Blut, Plasma, Exosomen und Immunzellen – Auslöser entzündlicher Prozesse.
  • Ablauf:
    Online-Anforderungsformular (etwas versteckt unter "Service → Auftragsformulare → PostCovid/PostVac") herunterladen. 8 ml Serum und 8 ml Heparinblut per Express verschicken.
  • Kosten: ca. 309 €

3. Mikrothrombotischer Verlauf: Kapillarmikroskopie

  • Untersuchung:
    Die sogenannte Nagelfalz-Kapillarmikroskopie zeigt typische Gefäßveränderungen bei PostCovid-Betroffenen:
    • Kaliberschwankungen
    • Megakapillaren
    • Sludge-Phänomene (verlangsamter Blutfluss)
    • Thrombenbildung
  • Hinweis: Diese Methode wird aktuell noch wenig standardisiert eingesetzt. Die Mikrothrombosen entstehen fast immer in Folge der Autoantikörper oder der Spikeproteinpersistenz. Ich persönlich habe keine Erfahrungen in der Diagnostik dessen, weiß jedoch, dass sich die Mikrothrombosen nach der Behandlung der Autoantikörper und der Spikeproteinpersistenz auflösen sollten. Deswegen sollte die Diagnstik der Punkte 1 und 2 ausreichen.

Was du beachten solltest

  • Die letzte Corona-Infektion sollte mindestens 2 Monate zurückliegen, bevor diese Tests durchgeführt werden.
  • Alle Tests sind Selbstzahlerleistungen und erfordern Eigeninitiative – eine Übernahme durch die gesetzliche Krankenkasse ist in der Regel nicht vorgesehen.
  • Bei einem positiven Befund kann gezielt eine individuelle Therapie geplant werden.

Fazit

Die Diagnose von LongCovid (auch bekannt als PostCovid-Syndrom) ist in Deutschland noch kein klar geregelter Standard. Dennoch gibt es fortschrittliche Labordiagnostik, die Betroffenen helfen kann, eine fundierte medizinische Grundlage für ihre Beschwerden zu schaffen. Insbesondere der Nachweis von Autoantikörpern, Spikeprotein-Persistenz oder Mikrothromben liefert Hinweise auf biologische Ursachen – fernab von rein psychischen Erklärungsversuchen.

Wenn Du oder Angehörige anhaltende Beschwerden nach einer Corona-Infektion oder Impfung haben, lohnt sich der Blick auf moderne Diagnostik – auch wenn der Weg aktuell oft noch privat finanziert werden muss.

Hast du für dich nun das Ergebnis vorliegen, dass bei dir PostCovid mit Autoantikörpern und/oder eine Spikeproteinpersistenz diagnostiziert wurde, findest du auf der Seite "Behandlung" alle relevanten Informationen zur Behandlung dieser Parameter.

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